Wolfgang Schönthaler

Wolfgang Schönthaler

Walzenmessgeräte von Schönthaler gehören in der Branche zur nicht mehr weg zu denkenden Messausrüstung. Das hat seine Gründe: Das Know-How von Wolfgang Schönthaler, gepaart mit seiner technischen Kreativität und Kompetenz, haben die Walzenmessung in vielen Bereichen bis heute geprägt.
Den weitaus größten Teil seines Berufslebens widmete Wolfgang Schönthaler den Walzen in Schleifereien, Papierfabriken und Stahlwerken und der Entwicklung entsprechender Walzenmessgeräte.
Das Ergebnis dieses Engagements sind unzählige Installationen von Messausrüstungen in aller Herren Länder, der bis heute weltweit bekannten Baureihe: „Schönthaler Walzenmessgeräte“. 

Wolfgang Schönthaler wurde 1937 in Chemnitz als Kind österreichischer Eltern  geboren. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges entschloss sich die  Familie, wieder zurück nach Österreich zu gehen.
Nach Abschluss der  Schule in Reichenau/Rax, Nieder-Österreich, seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher bei EUMIG in Wien und weiteren 5 Jahren in deren Diensten (Schmalfilmkameras, Kinoprojektoren), zog es den mittlerweile verheirateten jungen Mann mit seiner Frau zu neuen beruflichen Horizonten nach Stuttgart.

 

Beim renommierten Fotomulti KODAK verschiebt sich Schönthalers Arbeitsschwerpunkt, als Leiter der Produktionsgruppe Messgeräte, erstmals in Richtung Messtechnik. Nebenher studiert er an der Max-Eyth-Schule in Stuttgart Betriebs- und  Konstruktionstechnik ─ die wesentlichen Grundlagen für sein späteres exzellentes Ingenieur-Fachwissen. Seine praktischen Spezialkenntnisse der unterschiedlichsten Messgeräte eignete sich Schönthaler insbesondere während acht weiterer Jahre in der „Konstruktionsgruppe Sondermessgeräte“ bei der Firma HAHN & KOLB, Stuttgart, an. Durch Tätigkeiten im internationalen Außendienst, unzählige Angebots- und Verkaufsgespräche sowie Inbetriebnahmen von Messanlagen verband Schönthaler kontinuierlich die Theorie in der Konstruktion mit der Praxis in der Anwendung.

1973 wagte er den Sprung in die Selbständigkeit. Schwerpunkt: „Konstruktion von Messvorrichtungen und Messmaschinen für die Automobilindustrie“ und weitere Branchen.

In dieser Zeit entstand auch ein innovativer Messwagen mit Messuhranzeige zur exakten und vor allem raschen Bestimmung der Konturen und Radien von Walzen. Zuerst *nur* ein wenig beachtetes Randprodukt, entwickelte sich dieser Messwagen rasch zum Hauptprodukt des Unternehmens.
Kunden wie KÜSTERS, VOITH, SHW, SCHÄFER und DÖRRIES vertrauten dem Können des Geräteherstellers Schönthaler und seinen bis dahin noch nicht bis ins letzte Detail ausgereiften Geräten, hinter denen schließlich kein Großkonzern stand.
Und dieses Vertrauen wurde nicht enttäuscht. Parallel zur Weiterentwicklung der Kundenprodukte (z. B. Papiermaschinen) entwickelte auch Schönthaler die Präzision, Art seiner Messmethoden und deren Handhabung kontinuierlich weiter.

Das Walzenmessgerät entwickelte sich unter Schönthaler von einem nur durch besonders geschultes Personal zu bedienendem Messinstrument zu einem … Werkzeug.

Die Notwendigkeit zur Dokumentation der Messergebnisse und die rasante Entwicklung in der Datenverarbeitung führten zu entsprechenden Entwicklungen an Peripheriegeräten. Die Grundlage der Messgenauigkeit jedoch bildete auch in diesen Ausbaustufen stets die ausgereifte Konstruktion und die präzise gefertigte Mechanik des Messwagens selbst.

Bei der Walzenmessung in der Papierindustrie gingen Mitteleuropa und Skandinavien getrennte Wege. Während in Skandinavien vorwiegend auf Schleifmaschinen montierte „Stationäre Messgeräte“ zur Anwendung kamen, setzte sich in Mitteleuropa das „Transportable Messgerätesystem“ – der Messwagen – durch.
Daher blieb dies auch der Schwerpunkt bei Schönthaler-Walzenmessgeräten.
Im Kielwasser der deutschen Schleifmaschinenhersteller und durch Mundpropaganda etablierte sich der *Schönthaler-Messwagen* weltweit als unverzichtbares Werkzeug beim Walzenschleifen. Bis heute ist er mit ca. 700 Installationen das erfolgreichste Produkt seiner Kategorie.

Die zu Beginn der achtziger Jahre einsetzende Verknüpfung des Messergebnisses mit der Maschinensteuerung (Korrekturschleifen) machte auch bei Schönthaler-Messgeräten die Konstruktion von stationären, auf dem Schleifschlitten montierten Messgeräten erforderlich. Diese Gerätegruppe konnte jedoch die leicht zu handhabenden Messwagen im Schönthaler-Programm keineswegs verdrängen. 

Mit 60 reift bei Wolfgang Schönthaler der Entschluss, allmählich beruflich etwas kürzer zu treten. Folgerichtig beginnt die latente Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

1996 findet er mit der Firma PWT/Heidenheim den Wunschpartner, der nach dreijähriger Übergangszeit das Walzenmessgeräte-Programm mit Vertrieb und Weiterentwicklung übernimmt. Für PWT, einen Spezialisten für Prüftechnik mit Sitz in Heidenheim/Baden-Württemberg, ist der Schönthaler-Messwagen eine willkommene Ergänzung des eigenen Produktspektrums.
Als Produktmanager wird Dipl. Ing. Michael Beigelbeck engagiert, der das existierende Fundament weiter voran treibt, neue Ideen einbringt und das Programm kontinuierlich den technischen Entwicklungen anpasst.

Wolfgang Schönthaler hat die Welt des Walzenmessens jedoch bis heute nicht völlig losgelassen. Zeitlich begrenzte Werkstatteinsätze, oder die Ausarbeitung einzelner Konstruktionsaufgaben außerhalb des Standardprogramms, können ihn auch im fortgeschrittenen Alter noch immer begeistern.